Abschaltbare Lasten

Hintergrund

Mit der Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten vom 16. August 2016 (AbLaV) wurden die Rahmenbedingungen zur vertraglichen Verpflichtung Abschaltbarer Lasten an die Entwicklungen im deutschen Strommarkt angepasst. Die Anforderungen an Abschaltbare Lasten wurden derart umgestaltet, dass Lasten ab 5 MW mit prognostizierbarem Lastverlauf als Abschaltbare Lasten im Sinne der Verordnung präqualifiziert und für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit vertraglich verpflichtet werden können.

Abschaltbare Lasten im Sinne dieser Verordnung sind Verbrauchseinheiten, die zuverlässig ihre Verbrauchsleistung auf Anforderung der Übertragungsnetzbetreiber um eine bestimmte Leistung reduzieren können. Anbieter können ihr Gebot individuell nach den technischen Gegebenheiten ihrer Lasten abgeben. Durch die veränderten Präqualifikationsbedingungen und den wöchentlichen Ausschreibungszeitraum ist das Produkt der Abschaltbaren Lasten flexibler gestaltet worden.

Gemäß der AbLaV werden die deutschen Übertragungsnetzbetreiber zukünftig eine Gesamtabschaltleistung von 1.500 Megawatt wöchentlich ausschreiben. Zur Teilnahme an einer Ausschreibung ist jeder Anbieter berechtigt, der über eine Abschaltleistung verfügt, die die technischen Anforderungen aus den Paragraphen §5 bis 7 AbLaV erfüllt. Die Erfüllung der Anforderungen ist im Rahmen eines Präqualifikationsverfahrens dem Übertragungsnetzbetreiber nachzuweisen.

Die Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten finden Sie zum Download unter folgendem Link: 

https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/ablav_2016/gesamt.pdf 

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Rahmenvertrag

Für die Umsetzung der AbLaV wurde ein bundeseinheitlicher Rahmenvertrag zur Zusammenarbeit zwischen den Anbietern von abschaltbaren Lasten und dem jeweiligen Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber erstellt. Auf Basis dieses Vertrages können die Anbieter von abschaltbaren Lasten für Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Netz- und Systemsicherheit in den operativen Netzbetrieb im Sinne des EnWG und der AbLaV eingebunden werden.

Mit Abschluss des Rahmenvertrages werden die technischen, rechtlichen, organisatorischen, operativen und kommerziellen Rahmenbedingungen zwischen den Anbietern und den Übertragungsnetzbetreibern für die Nutzung der abschaltbaren Lasten festgelegt. Die Rahmenverträge regeln hierbei explizit das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren, die Pflichten der Vorhaltung und Erbringung sowie die Qualitäten und Abrufoptionen der abschaltbaren Lasten, sowie deren Vergütung. Wesentliche Voraussetzung für den Abschluss eines Rahmenvertrages zwischen einem Anbieter und einem Anschluss-Übertragungsnetzbetreiber ist das Durchlaufen des Präqualifikationsverfahrens für die jeweiligen abschaltbaren Lasten. Die Dokumentation eines erfolgreichen Präqualifikationsverfahrens ist Bestandteil des gültigen Rahmenvertrages. Eine Teilnahme an der Ausschreibung ist nur mit einem gültigen Rahmenvertrag möglich.

Den bundeseinheitlichen Musterrahmenvertrag mit Anlagen finden Sie im Download-Bereich der Ausschreibungsplattform unter https://www.regelleistung.net/ext/static/abla.   

Präqualifikation

Der für den Anschluss zuständige Übertragungsnetzbetreiber schließt gemäß der zugrundeliegenden AbLaV  bundeseinheitliche Rahmenvereinbarungen mit den Anbietern von abschaltbaren Lasten in seiner Regelzone ab. Die Anbieter müssen in einem bundesweit einheitlichen Präqualifikationsverfahren nachweisen, dass die Verbrauchseinrichtungen den Präqualifikationsanforderungen der Übertragungsnetzbetreiber auf Basis der AbLaV genügen. Die einheitlichen Muster-Präqualifikationsanforderungen der deutschen Übertragungsnetzbetreiber finden Sie im Download-Bereich der Ausschreibungsplattform unter https://www.regelleistung.net/ext/static/abla.

Bei Interesse an einer Präqualifikation oder Rückfragen zum Rahmenvertrag, wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an unsere Ansprechpartner, welche im Anschluss mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

E-Mail

Eine Teilnahme an der Ausschreibung ist nur mit einem gültigen Rahmenvertrag möglich.

Vollständig ausgefüllte Präqualifikationsunterlagen können an folgende Postanschrift gesandt werden:

Amprion GmbH
Systemführung Netze 
Systemdienstleistungen und Energiemarkt
Von-Werth-Straße 274
50259 Pulheim

Hinweis zur Präqualifikation

Wir möchten Sie zunächst bitten die in der PQ-Anlage „Mindestanforderungen an Informationstechnik des Anbieters" beschriebenen IT-Anforderungen zu prüfen. Bei Interesse einer Präqualifikation ist eine zeitnahe Umsetzung der IT-Anforderungen notwendig, da sowohl beim Anbieter als auch bei den ÜNB Systemanpassungen notwendig werden. Diese sind zeitintensiv und zusätzlich von externen Faktoren abhängig. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ihren Anschluss-ÜNB um eine rechtzeitige Präqualifikation gewährleisten zu können.

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