Ort und Datum: 
20.03.15
eigene_headline: 
Herausforderung Sonnenfinsternis gemeistert

Herausforderung Sonnenfinsternis gemeistert

  • Starke Schwankungen in der Stromeinspeisung ausgeglichen
  • Umfangreiche europaweite Vorbereitung hat sich ausgezahlt

Die teilweise Sonnenfinsternis am Freitagvormittag hatte auf die Regelzone des Dortmunder Übertragungsnetzbetreibers Amprion spürbare Auswirkungen. „Es war eine Herausforderung, die starken Schwankungen bei der Einspeisung von Solarstrom ins Netz während der Sonnenfinsternis auszugleichen“, sagte Dr. Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer bei Amprion. „Die umfangreiche Vorbereitung mit unseren Partnern in Deutschland und Europa hat sich daher ausgezahlt“, fuhr Kleinekorte fort.

Die besondere Herausforderung für die Übertragungsnetzbetreiber bestand vor allem darin, den an der Strombörse vermarktete Solarstrom während der Son-nenfinsternis durch viele flexible Erzeugungsanlagen vollständig auszugleichen. Zu Beginn der Sonnenfinsternis in Deutschland verringerte sich die Einspeisung aus Sonnenenergie innerhalb von etwa 45 Minuten von 13.000 Megawatt auf rund 6.000 Megawatt. Am Ende der Sonnenfinsternis erhöhte sich die Einspei-sung auf 21.000 Megawatt – dies entspricht in etwa dem Strombedarf von rund 21 Millionen Menschen.

Die Übertragungsnetzbetreiber setzten während der Sonnenfinsternis Reserve-leistung ein, um Stromproduktion und Stromverbrauch jederzeit im Gleichge-wicht zu halten. In diesem Zusammenhang kamen flexible Kraftwerke wie zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke zum Einsatz, deren Leistung sich schnell erhöhen und drosseln lässt. Darüber hinaus mussten minutenweise einzelne energieintensive Unternehmen vom Netz genommen werden. Amprion hat mit großen Verbrauchern vertragliche Vereinbarungen über so genannte abschalt-bare Lasten.

„Hilfreich war, dass die Wettervorhersagen bereits gestern recht eindeutig wa-ren“, sagte Joachim Vanzetta, Leiter Systemführung Netz bei Amprion. Dadurch ließen sich die Schwankungen der Stromeinspeisung gut vorherberechnen. Dies ist aufgrund schwer vorhersagbarer Wetterphänomene wie Hochnebel vor allem bei der Prognose für Sonnenergie grundsätzlich schwierig.

Vanzetta zieht ein positives Fazit: „Die gute Zusammenarbeit mit den Erzeugern, Stromhändlern und der europäischen Strombörse EPEX, die ausreichend Kraftwerkskapazität bereit gestellt haben, war maßgeblich, um die Auswirkun-gen der Sonnenfinsternis beherrschen zu können.“

Die deutschen und europäischen Übertragungsnetzbetreiber informierten sich gegenseitig während der Sonnenfinsternis in ständigen Telefonkonferenzen über die Situation in den jeweiligen Übertragungsnetzen. Amprion koordiniert den Verbundbetrieb für den nördlichen Teil des europäischen Übertragungsnet-zes. Das europäische Stromnetz ist das größte Verbundnetz der Welt.
 

zurück